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Neue Möglichkeiten auf dem jüdischen Friedhof in Basel:
Halachische Grundlagen
04.05.17 19:30
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Referat von H. Neuer, Direktor von UN Watch
08.05.17 18:30, Hörsaal 1, Kollegienhaus
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Theatervorführung "Gratwanderung"
10.05.17 19:30
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Die Prophetenlesungen
15.05.17
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Neue Möglichkeiten auf dem jüdischen Friedhof in Basel:
Diskussion
(Termin noch offen)
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Schiur-Brunch "Ruth vs. Noomi"
21.05.17 10:00 bis 15:30 
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Die Prophetenlesungen
29.05.17 
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Mitgliederversammlung
NEUES DATUM 19.06.17 19:00

Tagesexkursion nach Konstanz
25.06.17 
Mehr Info im grünen Kalendereintrag vom 25.06.17

 

Letzte Änderung
23.04.2017, 21:43
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Auf jüdischen Spuren

Wir veranstalten etwa einmal jährlich einen Tagesausflug zu relevanten Stätten jüdischer Kultur in der Regiion

Sonntag, 15. Juni 2014: Tagesexkursion in das südbadische Kippenheim/Schmieheim

Organisatorisches zur Reise

Die Teilnehmenden versammeln sich um 8:30 gegenüber dem Restaurant „Zollstüble“ am Zoll Lörrach/Riehen.  Abfahrtszeit ist pünktlich um 8.40 Uhr.

Das Tram Nr. 6 bringt Sie bequem an die Grenze, wo ein Bus  wartet. Die Reisekosten werden Ihnen von Ofek geschenkt. . Die Rückkehr in Lörrach ist gegen  17.00 Uhr geplant.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 30. Mail 2014 erforderlich.

Geschätzte Ankunftszeit in Schmieheim ca. 10.15 Uhr. Unter kundiger Führung von Herrn Stude vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V. starten wir mit einem Rundgang durch das Dorf Schmieheim und zum jüdischen Friedhof. Danach bringt uns der Bus zur ehemaligen Synagoge nach Kippenheim. Im Anschluss ist ein vegetarisches Mittagessen geplant. Für die Verpflegung kommt jeder Teilnehmer selbst auf.


Auf jüdischen Spuren in Südbaden III

OFEK lädt nun schon das dritte Jahr in Folge zu einer Tagesexkursion „ Auf jüdischen Spuren in Südbaden“ ein. 

Die  beeindruckend gestalteten  Führungen  in Sulzburg und Breisach finden in diesem Jahr ihre Fortsetzung in Kippenheim/Schmieheim, zwischen Freiburg und Lahr gelegen.

Die südbadischen Orte Kippenheim/Schmieheim beheimateten über 250 Jahre lang eine bedeutende jüdische Gemeinde.  Die ersten Juden ließen sich nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) in Kippenheim nieder. Aus diesen kleinen Anfängen heraus entwickelte sich eine der größten jüdischen Landgemeinden Badens mit einer eigenen sozialen, kulturellen und religiösen Identität. Unverkennbar prägten die jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner das Dorfleben in markanter Weise mit. 

Die jüdische Geschichte Kippenheims nimmt ihren Anfang um 1654 mit einem Eintrag des

Schutzjuden Löws. In den darauffolgenden Jahrzehnten fanden immer mehr Familien den Weg in diesen Ort, sodass die Gemeinde 1871 den zahlenmässigen Höchststand von 323 Personen erreichte. Um 1750 wurde bereits die erste Synagoge errichtet. Ihr folgte eine zweite, neue 1793. 

Nachdem sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einzelne jüdische Handelsleute in Kippenheim angesiedelt hatten, entstand im Verlauf des 18. Jahrhunderts eine selbstverwaltete Gemeinde im Dorf. Im Jahre 1714 ordnete die badische Markgräfin Sybilla Augusta ganz im Sinne des christlichen Antijudaismus an, dass „kein Jude beim Christen in einem Haus, viel weniger nahe einer katholischen Kirche oder an einer Hauptstrasse wohnen“ dürfe.

So bildete sich das erste jüdische Viertel in Kippenheim, das sogenannte „Judengässle“ abseits der Durchgangstrasse, wo sich fortan das gesamte kulturelle Leben der jüdischen Gemeinde abspielte.

Das 19. Jahrhundert brachte allmählich die rechtliche Gleichstellung der badischen Juden mit der christlichen Bevölkerung. Das jüdische Leben verlagerte sich mehr und mehr vom sogenannten „Judengässle“ weg und hin zur Dorfmitte.  Im Jahre 1871 erreichte die jüdische Bevölkerung Kippenheims mit 323 Personen (ca. 15% der Gesamtbevölkerung) ihren absoluten Höchststand. Im Dorfzentrum gab es mehrere bedeutende jüdische Geschäfte.

So beispielsweise das Textilwarengeschäft der Gebrüder Wachenheimer , sowie auch die Eisenwarenhandlung von Hermann Wertheimer. 1934 setzte die Emigration der Kippenheimer Juden ein und ein Jahr später fasste der Gemeinderat antisemitische Beschlüsse. Wiederum ein Jahr später kam es zur Verdrängung des jüdsichen Handels aus dem dörflichen Geschäftsleben, bis hin zur völligen Liquidierung.

In der Reichskristallnacht 1938 werden Synagoge und Häuser in jüdischem Besitz demoliert, die Männer verschleppt. Am 22. 1940 Oktober werden 31 Kippenheimer Jüdinnen und Juden nach Gurs deportiert.


Musik und Kippenheim 
 Kippenheim ist Geburtsort bemerkenswerter Persönlichkeiten aus der Welt der Musik.

Pia Gilbert-Wertheimer, geb. 1. Juni 1926, verbrachte elf Jahre ihrer Kindheit in Kippenheim. Im Jahre 1937 emigrierte sie mit ihren Eltern nach Amerika. Dort erlangte sie als Komponistin für Ballet-und Opernmusik, sowie als  Dirigentin einen großen Bekanntheitsgrad.

 Albert Weill, Vater von Kurt Weill (1900-1950; „Dreigroschenoper“ 1928) kam 1867 in Kippenheim zur Welt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kantor und war zudem als Komponist tätig. 

Literatur und Kippenheim
Bekannt sind die auas Kippenheim stammenden Schriftstellerinnen Selma Stern-Täubler und Ing Auerbach.

Die Historikerin Dr. Selma Stern-Täubler wurde 1890 in Kippenheim geboren. Nach hervorragenden Leistungen in der Schule und an der Universität, begann Selma Stern in Berlin eine beachtenswerte wissenschaftliche Laufbahn. 1941 konnte sie mit ihrem Mann in die USA auswandern, wo sie ihre Karriere als Forscherin und Publizistin fortsetzte. 1961 kehrte Selma Stern – Täubler wieder nach Europa zurück. Sie starb 1981 im hohen Alter von 91 Jahren in Basel.

 Die bekannte Autorin Inge Auerbach wurde am 31. Dezember 1934 als letztes Kind jüdischer Eltern in Kippenheim geboren. 1939 zog sie mit ihren Eltern ins schwäbische Jebenhausen. Von dort aus wurde sie 1942,  im Alter von sieben Jahren in das KZ Theresienstadt deportiert, wo sie bis zum Kriegsende gefangen war. In ihrem autobiographischen Kinderbuch „Ich bin ein Stern“ beschreibt Inge Auerbach die Erlebnisse ihrer Kindheit. Heute lebt die Schriftstellerin in New York.