News
Letzte Änderung
09.11.2017, 21:08
Inhaltsverzeichnis & Druckansicht

Sulzburg 2012

Der Tagesausflug nach Sulzburg „Auf jüdischen Spuren wandeln“ wandeln war ein grosser Erfolg. Dank der kundigen Führung durch Sibylle Höschele bekamen die zahlreichenTeilnehmenden einen profunden Einblick in das einst blühende Leben einer jüdischen Landgemeinde. Frau Höschele ist Mitglied der "Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg" und beantwortet gern Fragen zu diesem Thema.

 
Zur Geschichte der Juden in Sulzburg
Die Anfänge der Sulzburger  jüdischen Gemeinde gehen möglicherweise in die Zeit des frühen 15. Jahrhunderts zurück. Eine Quelle aus Colmar von 1409, in der von „den Juden ze Sultzberg“ die Rede ist, wird als Hinweis hierfür gewertet. 1528 wird von einem in Sulzburg  wohnenden „Ysayas“ berichtet. 1540 gab es drei jüdische Familien in der Stadt. 
1543/44 erhielten Ysayas und Jössli in ihren Schutzbriefen die Erlaubnis, in ihren Wohnungen „eines jeden Jahres auf den langen Tagen (Jom ha Kippurim) Schul oder Synagoge aufzurichten und dazu einen Vorsinger oder Schulmeister zu halten, der sie, ihre Weiber, Kinder und Gesinde, nach ihrem Gebrauch und ihrer Gewohnheit lehre, samt des Vorsingers Weib und Kinder in ihren Behausungen bis zum Ausgang ihrer Schutzzeit“. 

1546 bewilligte Markgraf Ernst allen Sulzburger Juden dieses Recht. Vermutlich wurde daraufhin ein Betsaal eingerichtet, bis 1822 vom badischen Architekten Johann Ludwig Weinbrenner eine im spätbarock-klassizistischen Mischstil entworfene Synagoge gebaut werden konnte. Beim November-Progrom 1938 wurde die Synagoge demoliert und geplündert, jedoch nicht angezündet, da die Nachbarhäuser zu eng daneben standen. 

1977 kaufte die Gemeinde Sulzburg  das Gebäude. 1979 wurde die ehemalige Synagoge in das Schwerpunktprogramm Denkmalpflege des Landes Baden Württemberg aufgenommen. Ziel war es, mit besonderer Sorgfalt den Zustand vor 1938 wieder zu erreichen. Seit 1989 zeichnet sich der „Freundeskreis ehemalige Synagoge Sulzburg“ für inhaltliche Arbeit in der ehemaligen Synagoge verantwortlich. Umfassende Information erhalten Sie bei:  www.alemannia-judaica.de/sulzburg
Jüdische Gottesdienste gab es in der ehemaligen Synagoge Sulzburgs erstmals nach 1945 wieder im Herbst 2011, als die liberale jüdische Gemeinde „Gescher“ aus Freiburg zu Jom Kippur Gottesdienste in Sulzburg abgehalten hat. Sulzburg liegt ca. 40 Km nördlich von Basel, nahe Badenweiler. Die idyllische Kleinstadt birgt ländliche Beschaulichkeit, umgeben von Reben und sanfter Hügellandschaft.